ADHS und ADS mit Neurofeedback behandeln

ADHS oder Aufmerksamkeitsdefizit

Bringe dein Gehirn ins Gleichgewicht und lerne, mit deinem ADHS umzugehen – mithilfe von Neurofeedback

Studien weisen darauf hin, dass Neurofeedback bei einem Teil der Menschen mit ADHS die Symptome deutlich verbessern kann. Es kann – je nach individueller Situation – eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zu anderen Therapieformen sein. Zahlreiche Patienten berichten über eine Verbesserung ihrer Konzentration, Aufmerksamkeit und Impulskontrolle. Da Neurofeedback ohne Medikamente arbeitet, treten dabei keine medikamententypischen Nebenwirkungen auf.

Was zeigt das QEEG bei ADHS?

Die quantitative EEG-Analyse (QEEG) ermöglicht es, die elektrische Aktivität des Gehirns sichtbar zu machen. Bei Menschen mit ADHS zeigen sich häufig charakteristische Veränderungen bestimmter Hirnrhythmen. Diese Auffälligkeiten können Hinweise auf unterschiedliche neurophysiologische Muster geben und helfen dabei, die Therapie individuell anzupassen.

Da ADHS nicht bei jedem Menschen gleich ausgeprägt ist, lassen sich im QEEG verschiedene Subtypen erkennen.

  • Thetasubtyp: Beim häufigsten ADHS-Subtyp (ca. 60 % der Patienten) zeigen sich erhöhte Theta-Aktivitäten (4-8 Hz) vor allem im zentralen Kortex. Dieses Muster wird mit einer verminderten Aktivierung frontostriataler Netzwerke in Verbindung gebracht.
  • Alphasubtyp: Hier finden sich erhöhte Alpha-Aktivitäten im gesamten Kortex. Besonders deutlich werden diese Veränderungen häufig während kognitiver Aufgaben. Sie können auf eine verminderte kortikale Aktivierung hinweisen.
  • Betasubtyp: Beim Betasubtyp treten vermehrt Betaspindeln im frontalen und zentralen Kortex auf, meist im Frequenzbereich von 20–25 Hz. Diese Aktivität ist häufig auch bei geschlossenen Augen nachweisbar. Die zugrunde liegenden Ursachen werden derzeit wissenschaftlich noch untersucht.
  • Frontaler Midline-Thetasubtyp: Dieser Subtyp unterscheidet sich vom klassischen Thetasubtyp durch die Herkunft der Theta-Aktivität. Die Veränderungen stehen vermutlich mit anderen kortikalen und subkortikalen Netzwerken sowie dem limbischen System in Zusammenhang.

Beispiel aus der Praxis wie ADHS mit Neurofeedback behandelt werden kann

Die folgende Brainmap zeigt einen Patienten mit einem Theta-Subtyp. Vor Beginn der Neurofeedback-Therapie überwogen langsame Theta-Wellen (4–8 Hz) sowohl in den frontalen als auch in den zentralen Hirnregionen. Gleichzeitig bestanden deutliche Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme.

Bereits nach 16 Neurofeedback-Sitzungen zeigte sich eine deutliche Reduktion der Theta-Aktivität. Parallel dazu berichtete der Patient über spürbare Verbesserungen seiner Konzentrationsfähigkeit und seiner Leistungsfähigkeit im Alltag.

Wie kann man ADHS mit Neurofeedback behandeln?

Nach der QEEG-Untersuchung wird für jeden Patienten ein individuelles Trainingsprotokoll erstellt. Die Brainmap zeigt, welche Hirnareale und Frequenzbereiche gezielt trainiert werden sollten. Dadurch kann die Behandlung optimal auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Während des Neurofeedback-Trainings lernt das Gehirn, seine Aktivität selbstständig besser zu regulieren. Mit zunehmendem Training können sich Aufmerksamkeit, Konzentration, Impulskontrolle, Hyperaktivität sowie das Arbeitsgedächtnis verbessern.

Da das Gehirn rund 20 % unseres gesamten Energieverbrauchs benötigt, können ineffiziente Aktivitätsmuster unnötig viele Ressourcen beanspruchen. Ziel des Neurofeedbacks ist es, diese Prozesse effizienter zu gestalten und dadurch die geistige Leistungsfähigkeit im Alltag zu unterstützen.

Viele Patienten erleben, dass die neu erlernte Selbstregulation auch nach Abschluss der Behandlung erhalten bleibt. Ähnlich wie beim Fahrradfahren entwickelt das Gehirn neue, stabile Verhaltens- und Aktivitätsmuster, die langfristig genutzt werden können.

Mehr darüber, was wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Neurofeedback bei der ADHS-Therapie zeigen, erfahren Sie hier: